• Deutsch
Login

OPUS

  • Home
  • Search
  • Browse
  • Publish
  • FAQ
  • Institutes
  • Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaf...

Chemie

Refine

Author

  • Achim Goller (1)
  • Adriana Mirela Mihut (1)
  • Alexander Böker (1)
  • Alexander Gmeiner (1)
  • Alexander Schmalz (1)
  • Alexandra Schweikart (1)
  • Alexandra Sperschneider (1)
  • Amelie Sabine Zapf (1)
  • Anahid Ayazi (1)
  • Andrea Forst (1)

Year of publication

  • 2009 (29)
  • 2008 (25)
  • 2005 (23)
  • 2004 (22)
  • 2011 (21)
  • 2010 (19)
  • 2012 (17)
  • 2006 (16)
  • 2007 (16)
  • 2002 (14)

Language

  • German (110)
  • English (107)

Keywords

  • Blockcopolymere (22)
  • Polyelektrolyt (12)
  • Nanopartikel (11)
  • NMR-Spektroskopie (10)
  • OLED (10)
  • Polymere (10)
  • Proteinfaltung (9)
  • Strukturaufklärung (9)
  • Anionische Polymerisation (8)
  • Mehrdimensionale NMR-Spektroskopie (7)

217 search hits

search hits 11 to 20

  • First Page
  • Previous Page
  • Next Page
  • Last Page

Sort by

  • Year
  • Year
  • Title
  • Title
  • Author
  • Author
Show/Hide Abstract Zweikernige Metallocenkomplexe als Katalysatorvorstufen für die homogene und heterogene alpha-Olefinpolymerisation (2002)
Matthias Deppner
Ziel der vorliegenden Arbeit war die Synthese und Charakterisierung von unverbrückten, zweikernigen Metallocenkomplexen und deren optimierter Einsatz in der homogenen und heterogenen, katalytischen Olefinpolymerisation. Es wurde untersucht, wie sich die Polymerisations- und Polymereigenschaften der dinuklearen Katalysatoren von denen vergleichbarer einkerniger Metallocenkomplexe unterscheiden. Insbesondere war die Frage von großem Interesse, ob sich die Polydispersitäten der mit Hilfe der zweikernigen Katalysatoren erhaltenen Polymere durch Veränderungen von Polymerisationsparametern in stärkerem Maße beeinflussen lassen als bei einer Mischung von vergleichbaren einkernigen Katalysatoren. Es wurden 13 symmetrische und 57 asymmetrische, zweikernige Metallocenkomplexe dargestellt, wobei Modifizierungen an der Ligandstruktur, der Brückenlänge, den Substituenten und den Zentralmetallen vorgenommen wurden. Um auf Vergleichsdaten bei der Olefinpolymerisation zurückgreifen zu können, wurden zwei einkernige Komplexe synthetisiert, die sich von der Struktur der zweikernigen Verbindung ableiten. Die Charakterisierung der Komplexe erfolgte mit Hilfe von Multikern NMR Spektroskopie, Elementaranalyse und Massenspektroskopie.
Show/Hide Abstract Synthese und Charakterisierung neuer Pentamethylcyclopentadienyl-Halbsandwichkomplexe des Tantals mit N-haltigen Liganden (2003)
Achim Goller
Halbsandwichkomplexe mit Metallen der 5. Gruppe des Periodensystems (M = V, Nb, Ta) sind in großer Anzahl bekannt. Die meisten in der Literatur beschriebenen Verbindungen sind Vanadiumkomplexe, es gibt wesentlich weniger Niobkomplexe und am kleinsten ist die Anzahl der Tantalverbindungen. Ziel der vorliegenden Dissertation war es, ausgehend von Cp*TaCl4 (1) neue Pentamethylcyclopentadienyl-Halbsandwichkomplexe des Tantals zu synthetisieren und zu charakterisieren. Halbsandwich-Azidokomplexe Zur Darstellung neuer Halbsandwich-Azidokomplexe des Tantals wurde Cp*TaCl4 (1) mit Trimethylsilylazid, Me3SiN3, zur Reaktion gebracht. Dazu wurde 1 mit einem zunehmenden Überschuss an Trimethylsilylazid umgesetzt, um einen sukzessiven Austausch der Chloroliganden gegen Azidoliganden zu erreichen. Unter milden Bedingungen, d. h. bei der Reaktion von 1 mit einer stöchiometrischen Menge an Trimethylsilylazid entstand zunächst der zweikernige Komplex Pentametylcyclopentadienyl-Monoazido-Trichloro-Tantal-Dimer (18). Durch Erhöhung der Reaktionstemperatur und Verlängerung der Reaktionszeiten konnten die restlichen Chloroliganden schrittweise weiter durch terminale Azidoliganden substituiert werden. So führte die Umsetzung von Cp*TaCl4 (1) mit einem zehnfachen Überschuss an Trimethylsilylazid bei Raumtemperatur nach 2-3 h zum disubustituierten Produkt Pentametylcyclopentadienyl-Diazido-Dichloro-Tantal-Dimer (19), der trisubstituierte Komplex Pentametylcyclopentadienyl-Triazido-Monochloro-Tantal-Dimer (20) entstand bei gleichem Überschuss an Me3SiN3 nach 18 h in siedendem CH2Cl2. Der Tetra(azido)-Halbsandwichkomplex (21) wurde schließlich erhalten, als die Ausgangsverbindung Cp*TaCl4 (1) mit einem zwanzigfachen Überschuss an Trimethylsilylazid drei Tage lang in Toluol am Rückfluß (110°C) erhitzt wurde. Triazolato-Halbsandwichkomplexe Triazolato-Halbsandwichkomplexe des Tantals wurden erhalten, wenn Cp*TaCl4 (1) mit den beiden silylierten Vorstufen 4,5-Di(methoxycarbonyl)-1-trimethylsilyl-1,2,3-triazol (40) und 4,5-Di(ethoxycarbonyl)-trimethylsilyl-1,2,3-triazol (41) zur Reaktion gebracht wurde. Unter Freisetzung von Trimethylchlorsilan wurde ein Chloroligand von 1 durch einen Triazolato-Liganden substituiert. Interessant war die in diesem Fall auftretende Koordinierung der Alkoxysauerstoffatome der Estergruppen von 42 und 43 in Position 5 an das Metallzentrum, gefolgt von einer intramolekularen Wanderung der Alkylreste an die Lewis-basischen Stickstoffatome in Position 3, wodurch fünfgliedrige Aza-oxo-metallacyclen entstanden. Phosphoraniminato-Komplexe An den Azidoliganden des Halbsandwichkomplexes Pentametylcyclopentadienyl-Triazido-Monochloro-Tantal-Dimer (20) wurde die Staudinger-Reaktion mit Triphenylphosphan durchgeführt. Im Laufe von 3 Tagen entstand in siedendem Toluol bei Anwesenheit eines Überschusses an Triphenylphosphan der azidoverbrückte Di(azido)-phosphoraniminato-Halbsandwichkomplex Pentametylcyclopentadienyl-Diazido-Chloro-Triphenylphosphoraniminato-Tantal-Dimer (52) Nach zweistündiger Bestrahlung einer THF-Lösung von 20 in Anwesenheit des gleichen Überschusses an Triphenylphosphan wurde ebenfalls 52 isoliert. Eine Umsetzung an sämtlichen Azidoliganden von 20, die zum einkernigen Komplex Cp*TaCl(N=PPh3)3 (53) führte, konnte nach einer Reaktionszeit von 6 Tagen in siedendem Toluol erreicht werden. Schließlich wurde die thermische Staudinger-Reaktion an 20 noch mit Tris(1-cyclohepta-2,4,6-trienyl)phosphan durchgeführt; nach einer Reaktionszeit von 5 Tagen in siedendem Toluol wurde der zweikernige Komplex Pentametylcyclopentadienyl-Diazido-Chloro-Tricycloheptatrienylphosphoraniminato-Tantal-Dimer (54) erhalten. Bis(trimethylsilyl)amido-Trimethylsilylimido-Komplexe Die Umsetzung von Cp*TaCl4 (1) mit zwei Äquivalenten Lithium-bis(trimethylsilyl)-amid führte unter Abspaltung von zwei Äquivalenten LiCl und einem Äquivalent Trimethylchlorsilan zum Halbsandwichkomplex Pentamethylcyclopentadienyl-chloro-bis(trimethylsilylamido)-trimethylsilylimido-tantal(V) (88). Das entsprechende einkernige Azidoderivat 94 wurde durch Umsetzung von 88 mit einem Überschuss an Trimethylsilylazid erhalten Am Azidoderivat von 88, dem Halbsandwichkomplex Pentamethylcyclopentadienyl-bis-(trimethylsilyl)amido-azido-trimethylsilylimido-tantal(V) (94) wurde eine photoinduzierte Staudinger-Reaktion unter Verwendung eines Überschusses an Triphenylphosphan durchgeführt. Das Produkt war 95, ein einkerniger Komplex, der sowohl Nitridobrücken zum Phosphor als auch zum Silicium enthält. Der entsprechende triethyl-substituierte Komplex 96 wurde durch Umsetzung von 88 mit Triethyl-phosphanimin (66) unter Verwendung von Triethylamin als Hilfsbase erhalten. Die einkernigen Komplexe 94-96 sind auch deshalb von besonderem Interesse, weil sie nebeneinander 3 unterschiedliche N-haltige Liganden in der Koordinationssphäre enthalten.
Show/Hide Abstract Strukturbestimmung des Birkenpollenallergens Bet v 4 (2002)
Jörg Nerkamp
Bet v 4 ist ein minores Allergen aus Birkenpollen (Betula verrucosa). Es gehört zur Familie der Polcalcine, kleinen Calcium bindenden Allergenen mit je 2 EF-Hand Strukturmotiven, die in einer Vielzahl höherer Pflanzen gefunden werden. Es wurden effektive Strategien zur Präparation von rekombinantem Bet v 4 entwickelt, die auch eine Markierung mit dem Isotop 15N erlaubten. Zwei hervorstechende Eigenschaft von Bet v 4 wurden bei der Reinigung ausgenutzt: Bet v 4 ist ein saures Protein, was eine Reinigung mittels Chromatofokussierung erlaubte. Aufgrund seiner Thermostabilität konnte Bet v 4 durch Kochen eines Proteinrohextraktes von hitzelabilen bakteriellen Proteinen abgetrennt werden. Somit stand genügend Bet v 4 zur Verfügung, um eine strukturelle Charakterisierung durchzuführen und letztendlich seine Struktur mittels NMR-Spektroskopie zu bestimmen. Anhand von ESI-MS, nativer PAGE und NMR-Diffusionsmessungen konnte gezeigt werden, dass Bet v 4 monomer vorliegt. Die strukturelle Charakterisierung mittels CD-Spektroskopie wies auf einen hohen Anteil alpha-helicaler Strukturelemente in der Calcium-Form hin, der anhand der chemischen Verschiebungen von alpha-Protonen, helixtypischer NOEs und vicinaler Kopplungskonstanten bestätigt wurde. Der Entzug von Calcium hat eine Verringerung des CD-Signals, jedoch keinen kompletten Verlust der Sekundärstruktur zur Folge. NMR-Spektren ließen vermuten, dass Apo-Bet v 4 keine geordnete dreidimensionale Struktur mehr besitzt. Der strukturelle Einfluss von Calcium weist mehr auf eine regulatorische Funktion von Bet v 4 als Calcium-Sensorprotein denn auf auf eine Funktion als Calcium-Speicherprotein. Durch die Auswertung von homonuklearer 2D- und heteronuklearen 3D-Spektren konnte die Struktur von Calcium gebundenem Bet v 4 gelöst werden. Die beiden EF-Hand-Motive sind durch einen flexiblen Linker miteinander verbunden und werden durch ein kurzes Faltblatt zusammengehalten. Während die beiden Calciumbindungsschleifen und die sie unmittelbar flankierenden Regionen eine starre Struktur eine aufweisen, sind die terminalen Bereiche experimentell unterbestimmt, was jedoch mit den Daten aus NMR-Relaxationsmessungen übereinstimmt, die in diesen Bereichen eine erhöhte Flexibilität nachwiesen. Der Aminoterminus ist relativ unstrukturiert. Die Kenntnis der Struktur einer Vielzahl von Allergenen wird womöglich eine Antwort auf die Frage liefern, was ein Protein zum Allergen macht.
Show/Hide Abstract Novel Precursors for Polymer-Protein-Conjugate Synthesis via Reversible Addition-Fragmentation Chain Transfer Polymerization (2003)
Christine Maria Schilli
The RAFT polymerization of N-isopropylacrylamide with two different chain transfer agents, namely benzyl 1-pyrrolecarbodithioate and cumyl 1-pyrrolecarbodithioate, yielded polymers with narrow molecular weight distributions as well as Mn values that were in good agreement with the calculated ones. A comparison between the Mn values determined from gel permeation chromatography, GPC, and the values from MALDI-TOF mass spectrometry showed that the molecular weights obtained from GPC using polystyrene standards were considerably higher. A relation between log Mn,MALDI and log Mn,GPC was established, which permitted construction of a calibration curve for PNIPAAm polymers. In-situ Fourier-transform near-infrared spectroscopy was applied for the reliable determination of monomer conversions and it indicated living characteristics. Both polymerization processes showed an induction period that seems to be correlated with a retardation in rate, where the induction time is higher for the cumyl chain transfer agent as compared to the benzyl chain transfer agent of the same concentration. The induction periods decrease with decreasing transfer agent concentration and were explained in terms of the different stabilities of the respective radicals that add to monomer in the reinitiation step. The more stable cumyl radical adds slower than the benzyl radical. Both UV spectroscopy and MALDI-TOF mass spectrometry confirm the presence of the expected dithiocarbamate endgroups. MALDI-TOF characterization of the polymer samples showed the transfer agent endgroups together with some initiator-derived polymers. Endgroups that seemed to originate from disproportionation or transfer were the result of fragmentation under MALDI conditions as was shown by a post source decay analysis and MALDI-TOF characterization of the hydrolyzed polymer. With amine-reactive diacetone acrylamide, 2-vinyl-4,4-dimethyl-5-oxazolone and N-hydroxysuccinimide methacrylate, new monomers were polymerized via RAFT in a controlled manner. Poly(diacetone acrylamide) and poly(2-vinyl-4,4-dimethyl-5-oxazolone) showed low polydispersities and good control over molecular weight, where poly(N-hydroxysuccinimide methacrylate) displayed relatively high polydispersities despite the controlled polymerization evident from the monomodal GPC traces. These amine-reactive polymers were subsequently used for successful conjugation to the primary amino group of the model peptide glycine-leucine. For poly(N-isopropylacrylamide)-block-poly(acrylic acid), PNIPAAm-b-PAA, it was demonstrated that hydrogen bonding between N-isopropylacrylamide and acrylic acid units influences strongly its behavior in both the solid state and in solution. The block copolymers form micelles in aqueous solutions in dependence of pH and temperature. Cloud point measurements indicated the formation of larger aggregates at pH 4.5 and temperatures above LCST, whereas micelles formed at pH 5-7 and temperatures above LCST. At pH 5.6 and 50 °C, only micelles were found, whereas, at lower temperatures, larger aggregates and micelles coexist. Formation of larger aggregates by hydrogen bonding interactions was revealed by IR and Raman spectroscopy as well as by cryogenic transmission electron microscopy and dynamic light scattering. Differential scanning calorimetry yielded glass transition temperatures of PNIPAAm-b-PAA that were well above the transition temperatures of the homopolymers, demonstrating molecular interactions between the acrylic acid and the N-isopropylacrylamide blocks. Conjugation of sulfhydryl-terminated PNIPAAm to thiol disulfide exchange reagents and maleimides was probed for later conjugation to proteins. Evaluation of the different cross-linking systems resulted in the choice of maleimides as cross-linkers for subsequent conjugation to the protein streptavidin. Sulfhydryl-terminated PNIPAAm-b-PAA was conjugated to the streptavidin mutant S139C using a bismaleimide cross-linker and also direct conjugation via disulfide linkage. Both conjugations were successful and proceeded with more than 50 % conversion. Conjugation of PNIPAAm and PNIPAAm-b-PAA was also achieved by non-covalent attachment of the biotinylated polymers to wild-type streptavidin. Conjugates of wild-type streptavidin with biotinylated PNIPAAm-b-PAA were found to remain dissolved at temperatures above LCST even at very low pH values, which was in contrast to the observed precipitation of the unconjugated block copolymer at pH <= 4.5. Conjugates of wild-type streptavidin with biotinylated PNIPAAm of different molecular weights formed aggregates in aqueous solutions above LCST and a dependence of aggregate size on the size of the polymer was found
Show/Hide Abstract Untersuchungen zur Funktion der Protein-Tyrosin-Phosphatase PTPRR (2003)
Jan Eickhoff
Ziel dieser Arbeit war die Untersuchung der Funktion der PTPRR in der zellulären Signaltransduktion mit den Schwerpunkten Substrate, Regulation und Beteiligung an biologischen Prozessen. Von besonderem Interesse war die Rolle der PTPRR bei der Tumorentstehung und Transformation von Zellen. Dabei wurden noch unveröffentlichte Daten bestätigt, daß PTPRR die MAPKn ERK1 und 2 über ein neuartiges MAPK-Bindungsmotiv, das KIM, sowohl in vitro als auch in vivo binden und dephosphorylieren kann. Somit ist PTPRR die erste tyrosinspezifische Phosphatase, der eine Dephosphorylierung von MAPKn in höheren Eukaryonten nachgewiesen wurde. Eine weitere Analyse durch transiente Überexpression der PTPRR in HEK293-Zellen ergab, daß PTPRR spezifisch die MAPKn ERK1/2, nicht jedoch p38 Kinase oder JNK/SAPK dephosphoryliert. Zudem wurde über Transkriptionsaktivierungs-experimente der Nachweis erbracht, daß PTPRR die ERK1/2-vermittelte Aktivierung von Transkriptionsfaktoren negativ beeinflussen kann. Bei der näheren Untersuchung der Wechselwirkung zwischen PTPRR und ERK1/2 wurde eine vorher unbekannte Verknüpfung des PKA mit dem ERK-Signalweg aufgedeckt. Es wurde gezeigt, daß PKA den im KIM gelegenen Serinrest in der Position 321 der Aminosäuresequenz der PTPRR phosphorylieren und so die Bindung und Dephosphorylierung der ERK1/2 in vivo inhibieren kann. Dies weist auf einen neuartigen Mechanismus hin, über den PKA die Aktivierung des MAPK-Signalwegs reguliert. Ein weiterer Effekt, der nachgewiesen wurde, ist die Inhibition der c-Src-induzierten Phosphorylierung des KIF1C, welcher am retrograden Transport vom Golgi-Apparat zum Endoplasmatischen Retikulium beteiligt ist. Damit wurde PTPRR als erste PTPase mit einer Dephosphorylierung des KIF1C in Verbindung gebracht. Über in vitro-Assoziation mit GST-PTPRR im präparativen Maßstab mit anschließender Sequenzierung der gebundenen Proteine wurden die Hitzeschockproteine HSP70 und GRP78 als in vitro Bindungspartner der PTPRR identifiziert. Die nähere Untersuchung der Bindung ergab, daß diese innerhalb der Juxtamenbrandomäne der PTPRR erfolgt und von ATP abhängig ist. Diese Art der Bindung ist ein Anzeichen dafür, daß die Wechselwirkung spezifisch und PTPRR ein Substrat der Chaperone HSP70 und GRP78 ist, welche für die korrekte Faltung von Proteinen sorgen. Da HSP70 ebenfalls mit anderen Mitgliedern des ERK-Signalwegs wechselwirken kann und zudem aus Komplexen mit den MAPK-Kaskade-Gerüstproteinen KSR und HSP90 isoliert wurde, ergibt sich aus der Assoziation von PTPRR und HSP70 die Möglichkeit einer Beteiligung an einem Multiprotein-ERK-Signalkomplex. Bei der Analyse der endogenen Proteinexpression der PTPRR wurde erstmals das Auftreten verschiedener Isoformen in humanen Zellen nachgewiesen. Über Immunfluoreszenz wurde gezeigt, daß die zytoplasmatische Isoform PTPRRcyto im gesamten Zytoplasma vorkommt, während die Isoform PTPRR TM in perinukleären Vesikeln lokalisiert ist. Ein Vergleich der Effekte verschiedener überexprimierter Isoformen zeigte Unterschiede sowohl bei der PDGF-induzierten Phosphorylierung der ERK1/2 als auch bei der c-Src-vermittelten Phosphorylierung des KIF1C. Zudem wurden in Transkriptionsaktivierungsexperimenten Unterschiede in der ERK1/2-vermittelten Aktivierung von Transkriptionsfaktoren detektiert. In allen Fällen hatte die zytoplasmatische Isoform die stärkste inhibitorische Wirkung. Ferner wurde in stabil mit PTPRR transfizierten NIH3T3-Zellen der Effekt dieser PTPase auf biologische Prozesse untersucht. Dabei wurde ein negativer Einfluß der Überexpression der PTPRR auf die basale und PDGF-induzierte Proliferation sowie auf die Migration der Zellen beobachtet, welche beide an der Tumorentstehung beteiligt sein können. Die Bedeutung der Wechselwirkung zwischen PTPRR und ERK für diese Effekte wurde dadurch belegt, daß eine Mutante der PTPRR, die ERK1/2 nicht mehr bindet, in beiden Experimenten keine Wirkung zeigte. Außerdem konnte die Überexpression der PTPRR sowie der verwandten PTPase STEP die durch die Onkogene v-Ki-Ras- und Her2-, nicht jedoch die durch v-ErbB- oder v-Fms-induzierte Transformation von NIH3T3-Zellen in Focusbildungs-experimenten verhindern. Zudem reduzierte die Überexpression der PTPRR die Her2-vermittelte Proliferation von Zellen unter Entzug von Wachstumsfaktoren. Diese Daten liefern nicht nur Hinweise auf eine potentiell tumorsupprimierende Wirkung der PTPRR und STEP, sondern gewähren auch Einblicke in die von den Onkogenen ausgehenden Signalwege, die zur Transformation von Zellen führen. Auch wurde nachgewiesen, daß der Expressionslevel der PTPRR in Tumorzellinien und –geweben im Vergleich zu nichttransformierten Zellinien und Geweben erhöht ist. Es ergeben sich erste Hinweise auf einen Rückkopplungsmechanismus, mit dem Zellen versuchen könnten, die durch Onkogene häufig hyperaktivierten ERKn negativ zu regulieren.
Show/Hide Abstract In vitro-Evolution und Analyse der biophysikalischen Grundlagen der Proteinstabilität (2003)
Andreas Martin
In der vorliegenden Arbeit wurde Proside, ein Selektionssystem für stabilisierte Proteine, weiterentwickelt und dafür genutzt, die molekularen Ursachen erhöhter Proteinstabilität zu analysieren. Für diese in vitro-Evolutionsexperimente diente das Kälteschockprotein Bs-CspB aus Bacillus subtilis als Modellprotein. Zusätzlich wurde das Gen-3-Protein (G3P) des Phagen fd, eine essentielle Komponente von Proside, thermodynamisch charakterisiert und sein Faltungsmechanismus aufgeklärt. Proside basiert auf phage display und verknüpft die thermodynamische Stabilität eines Proteins mit einem sehr gut selektierbaren Parameter, der Infektiosität filamentöser Phagen. Die Größe der selektierbaren Mutantenbibliotheken konnte durch Veränderungen des Phagenkonstrukts und der zu ihrer Erstellung verwendeten molekularbiologischen Methoden auf mehr als 108 Varianten gesteigert werden. Gleichzeitig wurde mit diesen Modifikationen der rekombinationsbedingte Verlust von Gastproteinsequenzen aus dem Phagengenom deutlich reduziert. Das Gen-3-Protein, in welches diese Gastproteine inseriert werden, wurde mittels Proside um mehr als 10 kJ/mol stabilisiert. Somit sind jetzt in vitro-Selektionen bei Temperaturen von bis zu 60 °C möglich, ohne dass die Stabilität der Phagenproteine selbst limitierend für die Optimierung der Gastproteine wirkt. Das Potential der so optimierten Proside-Methode konnte anhand der Selektionen stark stabilisierter Varianten von Bs-Csp gezeigt werden. Dieses Protein unterscheidet sich von seinem um 15,8 kJ/mol stabileren Homologen Bc-Csp aus dem thermophilen Bacillus caldolyticus in 12 von 67 Resten, die alle an der Oberfläche des Proteins liegen. Die in vitro-Selektionen nach Sättigungsmutagenese an sechs dieser zwölf Positionen in Bs-CspB lieferten eine Vielzahl von stabilisierten Mutanten, die, abhängig von den Selektionsbedingungen, unterschiedliche Stabilisierungsprinzipien aufzeigten. Während bei der Selektion in Gegenwart des ionischen Denaturierungsmittels GdmCl vor allem die hydrophoben Wechselwirkungen verbessert wurden, führte die Selektion bei erhöhter Temperatur zusätzlich zur Optimierung der Coulomb´schen Wechselwirkungen auf der Proteinoberfläche. Für die stabilste der selektierten Varianten von Bs-CspB ist der Mittelpunkt des thermischen Entfaltungsübergangs um mehr als 28 Grad relativ zum Wildtypprotein angehoben und liegt damit auch deutlich höher als der Wert des thermostabilen Referenzproteins Bc-Csp. Die Variante unterscheidet sich von Bc-Csp an allen sechs randomisierten Positionen. Dennoch nutzen die beiden Proteine ähnliche Strategien für eine hohe Thermostabilität, insbesondere zeichnen sie sich durch eine im Vergleich zu Bs-CspB optimierte Verteilung der Oberflächenladungen aus. Ladungsnetzwerke auf der Proteinoberfläche sind für die Thermostabilität der Kälteschockproteine sehr wichtig. Basierend auf diesen Erkenntnissen war es möglich, ein hyperstabiles Kälteschockprotein mit lediglich vier Austauschen relativ zu Bs-CspB zu konstruieren. Der Schmelzpunkt dieser Variante liegt bei 85,6 °C, d.h. 31,6 Grad über dem des Wildtypproteins. Sie ist damit sogar stabiler als das homologe Csp aus dem hyperthermophilen Organismus Thermotoga maritima. Die Stabilitätsuntersuchungen des für die Phageninfektion essentiellen N-terminalen Fragments des Gen-3-Proteins reflektieren dessen Aufbau aus den beiden Domänen N1 und N2. Während die Stabilität der Domäne N1 unabhängig von Domäne N2 ist, wird Domäne N2 wesentlich durch die Interdomänenwechselwirkungen mit N1 stabilisiert, und ihre Entfaltung ist mit der Domänendissoziation gekoppelt. Die vier mittels Proside gefundenen Mutationen in G3P stabilisieren beide Domänen unabhängig voneinander und verdeutlichen die generellen Prinzipien, die der Stabilität von Zweidomänenproteinen zugrunde liegen. Neben der Erhöhung der intrinsischen Stabilitäten der individuellen Domänen spielt die Verbesserung der Domäneninteraktionen eine entscheidende Rolle für die Stabilisierung des gesamten Proteins. Die Rückfaltung von G3P ist ein sequentieller Prozess. Domäne N1 faltet innerhalb weniger Millisekunden, gefolgt von der Faltung der N2-Domäne, die nach etwa 3 min abgeschlossen ist. Im letzten Schritt assoziieren die beiden Domänen in einer extrem langsamen Reaktion. Sie zeigt eine Zeitkonstante von 6200 s (bei 25 °C) und ist in ihrer Rate limitiert durch die trans-cis-Isomerisierung an Pro213 in der Gelenksubdomäne von N2. Durch die Assoziation von N1 und N2 werden beide Domänen in ihrer Entfaltung gekoppelt, so dass Domäne N1 bis zu 150.000-fach langsamer entfaltet als in isolierter Form. Die Prolin-limitierte sehr langsame Domänenassoziation ist möglicherweise für die Funktion des G3P bei der Infektion von E. coli von Bedeutung. Sie erlaubt es, die Domänen nach Bindung an den F-Pilus so lange dissoziiert zu halten, bis der Pilus zurückgezogen ist und Domäne N1 mit dem Corezeptor TolA an der Zelloberfläche wechselwirken kann.
Show/Hide Abstract Virale Regulatoren der Transkription - Klonierung, Expression und Reinigung von CAEV-Tat, HK022Nun und lambda N(1-53) sowie ihrer Wirtsfaktoren JunbZIP (222-331) und E. coli NusA (2002)
Sabine Schwarz
In dieser Arbeit wurden drei virale Regulator-Proteine (CAEV-Tat, HK022 Nun und l N (1-53)) und mehrere ihrer nicht-viralen Bindungspartner kloniert, exprimiert, gereinigt und strukturell charakterisiert. CAEV-Tat (Caprines Arthritis-Enzephalitis-Virus) ist ein Transaktivatorprotein aus einem HIV-verwandten Lentivirus der Ziege. Zur effizienten Expression von CAEV-Tat war es notwendig, einige seltene Codons des tat-Gens gegen die jeweils synonymen, aber in E. coli häufiger verwendeten Codons auszutauschen. Ferner mußte eine in E. coli seltene Arginin-tRNA (argU) koexprimiert werden, um die für NMR-Spektroskopie nötigen Proteinmengen herstellen zu können. Expression und Reinigung von CAEV-Tat mittels Standardverfahren wie Metallionenaffinitätschromatographie über einen Histidinanhang oder die Expression und Reinigung als GST-Fusionsprotein waren nicht erfolgreich. Daher mußte ein individuell auf CAEV-Tat zugeschnittenes Reinigungsprotokoll etabliert werden. Aufgrund seines hohen pIs von 11 konnte CAEV-Tat über Kationenaustauscher-Chromatographie an CM-Sepharose und anschließende Hydrophobe Interaktionschromatographie gereinigt werden. Die Ausbeuten an Protein ließ sich durch Verwenden von Heparin-Sepharose als Kationenaustauscher-Material noch weiter steigern. CAEV-Tat zeigte in CD- und NMR-Spektren typische Charakteristika eines a-helikalen Proteins. Da CAEV-Tat in Konzentrationen über 400 µM aggregierte und daher nicht für weitere NMR-spektroskopische Untersuchungen, die höher Konzentrationen voraussetzen, geeignet war, wurde eine cysteinfreie Mutante von CAEV-Tat kloniert und nach dem für das Wildtyp-Protein etablierten Protokoll gereinigt. Die Mutante erwies sich als weitaus NMR-tauglicher und zeigte keinerlei Aggregationstendenzen bei Konzentrationen von 1 mM. Durch NMR-Spektroskopie konnte gezeigt werden, daß Wildtyp-Protein und cysteinfreie Mutante strukturell identisch sind. Somit steht mit der cysteinfreien Mutante ein für weitergehende NMR-spektroskopische Untersuchungen geeignetes Konstrukt zur Verfügung. Für das CAEV-Tat homologe Maedi-Visna-Virus-Tat-Protein war eine Interaktion mit der basischen und der Leucin-Zipper-Domäne der beiden zellulären Transkriptionsfaktoren Jun und Fos postuliert worden (Morse et al., 1999). Für spätere Vergleichsstudien mit CAEV-Tat und Jun / Fos zu ermöglichen, wurden im Rahmen dieser Arbeit mit der Beschaffung der entsprechenden Nukleotidsequenzen und der Generierung expressionsfähiger Klone von c-jun, c-fos sowie und fosbZIP bereits wichtige Voraussetzungen für spätere Bindungsstudien mit NMR-Spektroskopie geschaffen. JunbZIP (222-331) konnte bereits erfolgreich als GST-Fusionsprotein exprimiert und über Affinitätschromatographie an Glutathion-Sepharose gereinigt werden. Nun aus dem lambdoiden Phagen HK022 fungiert bei einer Superinfektion des Wirts mit dem l-Phagen als Terminator der viralen Genexpression. Um spätere Strukturuntersuchungen an diesem System durchführen zu können, mußte zunächst ein auf die E. coli codon usage optimiertes synthetisches Gen für Nun generiert werden. Hierbei erwies sich die Methode nach Kim (1989) als erfolgreich. HK022 konnte mit Ausbeuten von 70 mg/l Kulturmedium über Kationenaustauscher-Chromatographie mit Heparin-Sepharose gereinigt werden. Erste strukturelle Befunde (CD, HSQC-Spektren, Messung des hydrodynamischen Radius) deuten darauf hin, daß es sich bei Nun um ein Protein mit nur gering ausgeprägter Tertiärstruktur handelt. Ein Fragment (1-53) des Antiterminator-Protein N aus dem Phagen l konnte kloniert und als Fusionsprotein mit Ubiquitin exprimiert werden. Die Reinigung erfolgte über Affinitätschromatographie und einen abschließenden RP-HPLC-Schritt nach der Abspaltung des Ubiquitinanteils. l N-Protein liegt in Lösung unstrukturiert vor. Dieser Befund wurde auch für das N(1-53)-Peptid durch CD-Spektroskopie und die Bestimmung des hydrodynamischen Radius erhalten. Bei der Bindung von 15N-N(1-53) an nutboxB-RNA bildet sich ein Komplex, der höchstwahrscheinlich weitgehend die gleiche Struktur wie der Komplex aus N(1-36) und nutboxB-RNA besitzt. Bei Zugabe des Wirtsfaktors NusA aus E. coli zu diesem binären Komplex kommt es auf Seiten von l N (1-53) zu Veränderungen im HSQC-Spektrum, was auf eine spezifische Interaktion zwischen dem längeren l-Peptid und NusA hindeutet. Hiervon sind vor allem die nicht im Komplex mit nutboxB vorliegenden Reste von l N betroffen. Weitergehende NMR-spektroskopische Untersuchungen werden klären, inwieweit die nutboxB-RNA an der Interaktion mit NusA beteiligt ist. Mit der Etablierung eines Reinigungsprotokolls für N(1-53) und für E. coli NusA konnten wichtige Voraussetzungen hierfür bereits erfüllt werden.
Show/Hide Abstract Synthese und Charakterisierung von ternären Halogeniden und Oxidhalogeniden der Übergangsmetalle (2003)
Sabina Hartwig
Hauptziel dieser Arbeit war die Synthese und Charakterisierung neuer Enneahalogenodimetallate der Übergangsmetalle Titan, Vanadium und Chrom. Mit Hilfe der so erhaltenen Daten war es möglich, Untersuchungen an Systemen mit repulsiven Metall-Metall-Wechselwirkungen durchzuführen und diese mit Systemen mit attraktiven Wechselwirkungen zu vergleichen. Dabei konnten mit Cs3Ti2I9, Cs3V2I9 und Rb3Cr2I9 drei neue A3M2X9-Verbindungen in einkristalliner Form dargestellt und mittels Röntgen-strukturanalyse charakterisiert werden. Darüber hinaus gelang es erstmals, von acht weiteren A3M2X9-Verbindungen mit A = K, Rb, Cs, M = Ti, V, Cr und X = Cl, Br, I für die Röntgenstrukturanalyse geeignete Einkristalle zu züchten. Damit konnte der zur Verfügung stehende Datensatz exakter struktureller Parameter im Bereich der Systeme mit repulsiven Metall-Metall-Wechselwirkungen an wichtigen Stellen ergänzt werden. Mit Hilfe dieser Daten wurden, Tendenzen und Gesetzmäßigkeiten bezüglich der Geometrie der Doppeloktaedereinheit innerhalb der Gruppen mit bindenden bzw. nichtbindenden Metall-Metall-Wechselwirkungen herausgearbeitet. Im zweiten Schritt wurden diese miteinander verglichen und prinzipielle bzw. graduelle Unterschiede aufgezeigt. Zunächst konnte gezeigt werden, dass mit Hilfe der geometrischen Parameter des M2X9-Doppeloktaeders Systeme mit bindenden und nichtbindenden Metall-Metall-Wechselwirkungen qualitativ unterschieden werden können. Dazu eignen sich in erster Linie der Winkel beta (M-Xb-M) und der Wert für d´/d´´, während die Aussagekraft des Winkels alpha aufgrund der nur sehr geringen Unterschiede zwischen bindenden und nichtbindenden Verbindungen gering bleibt. Der Nachteil bei Verwendung dieser Parameter besteht allerdings darin, dass sie eine Abhängigkeit von der die Übergangsmetallatome umgebenden Matrix zeigen. Mit der Einführung der Parameter k1 (Verhältnis des mittleren M-X-Abstandes zum M-M-Abstand), k2 (Verhältnis M-Xt / M-Xb), k3 (Verhältnis Xb-Xb / Xt-Xt) und k4 (Verhältnis Höhe des Doppeloktaeders zum mittleren X-X-Abstand) wurden, die Metall-Metall-Wechselwirkungen halogen- bzw. alkalimetallunabhängig betrachtet. Quantitative Aussagen lässt allerdings nur k3 zu, mit dem zumindest in bindenden Systemen, die Stärke der Metall-Metall-Wechselwirkung abgeschätzt werden kann, während die k3-Werte bei den nichtbindenden Enneahalogenodimetallaten sehr eng zusammen liegen und eine Quantifizierung nicht sinnvoll ist. Die Parameter k1, k2 und k4 liefern „halbquantitative“ Trends, die eine Unterscheidung bindend / nichtbindend ermöglichen. Insgesamt zeigen die vorliegenden Ergebnisse, dass quantitative Aussagen über die Stärke von Metall-Metall-Bindungen allein anhand dieser geometrischen Betrachtungsweise nur sehr bedingt möglich sind, während eine qualitative Unterscheidung sehr zuverlässig ist. Zur weiteren Charakterisierung der synthetisierten Enneahalogenodimetallate wurden zunächst phasenreine Proben dargestellt und IR-, Raman- sowie UV-Vis-spektroskopisch untersucht. Die erhaltenen Spektren wurden durch Vergleich mit der Literatur bzw. anhand von theoretischen Berechnungen ausgewertet und den IR- bzw. Raman-Banden die entsprechenden Schwingungen sowie den UV-Vis-Banden die zugehörigen elektronischen Absorptionen zugeordnet werden. Ein weiterer Aspekt dieser Arbeit war die Synthese und Charakterisierung von Übergangsmetalloxidhalogeniden. Dabei wurden mit NbO2I und NbOI3 zwei neue ternäre und mit KWOI4 bzw. RbWOI4 zwei neue quarternäre Verbindungen in einkristalliner Form dargestellt und röntgenographisch charakterisiert. NbO2I kristallisiert in einem völlig neuen Strukturtyp. Dieser lässt sich nahtlos in die Struktursystematik der Oxidhalogenide einreihen. Dabei liegen Schichten vor, in denen Oktaeder über Spitzen zu Ketten und diese über Kanten zu Schichten verknüpft sind. Jeweils zwei dieser Schichten sind wiederum um eine halbe Kantenlänge gegeneinander verschoben und bilden so isolierte Doppelschichten, in denen eine Kante jedes Oktaeders durch ein Sauerstoffatom der Nachbarschicht überkappt ist Das Niob besitzt dabei die ungewöhnliche Koordinationszahl sieben. Im neuen Strukturtyp des NbOI3 stellen, wie auch im NbOCl3-Typ, Doppelstränge aus über Sauerstoffatomen verknüpften Nb2O4I6-Doppeloktaedern das strukturbestimmende Motiv dar. Die Doppelstränge liegen im NbOI3 jedoch parallel nebeneinander, während sie im NbOCl3 abwechselnd um 90° gegeneinander verdreht sind. Die Struktur der beiden isotypen quarternären Oxidiodide KWOI4 und RbWOI4 kann als eine Verzerrungs- und Auffüllungsvariante des WOCl4-Typs angesehen werden, bei der in den Ketten aus spitzenverknüpften WO2I4-Oktaedern jeweils aufeinanderfolgende Oktaeder um 45° gegeneinander verdreht sind. Die Alkalimetalle sitzen in Lücken zwischen den Ketten.
Show/Hide Abstract Phase Behavior and Structural Transitions in The Mixtures of Cationic Surfactants and Hydrophobic Counterions (2003)
Rami Abdel-Rahem
Anionic hydrophobic counterions with certain geometry adsorb onto the surface of cationic surfactant micelles and they minimize the repulsion between the headgroups, so the charge density on the surface is reduced. As a result of this, the micelle spontaneously changes its morphology due to a new packing for the head groups. The adsorption of 2-hydroxy-1-naphthoic acid 2,1 HNC and 6-hydroxy-2-naphthoic acid 6,2 HNC onto the surface of the cationic surfactant cetyltrimethylammonium hydroxide was studied. The results were compared to the published system 3-hydroxy-2-naphthoic acid 3,2 HNC/CTAOH. When an increasing amount of 2,1 HNC is introduced into a micellar solution of 100 mM CTAOH, one finds low viscous micellar solution, viscoelastic gel (consisting of rod like micelles), turbid region (two phase region), and viscoelastic liquid crystalline gel (consisting of multilamellar vesicles MLV with yield value). The complex viscosity (0.01 Hz) of 100 mM CTAOH rises by six orders of magnitude as the rodlike micelles form.It decreases then to the turbid region, and then rises again approximately six orders of magnitude. The second rising of the complex viscosity is accompained by the formation of a liquid crystalline phase which consists of multilamellar vesicles. This has been proven by DICM, FF-TEM and Cryo-TEM. The vesicles were polydisperse and ranged from 100 to 1000 nm in diameter. SANS detected the transition in the microstructure which was caused by changing the concentration of 2,1 HNC in the system. SANS calculations show results similar to that obtained by microscopic methods. Surprising rheological behavior was measured in the rodlike micelle region, at which storage modulus was about one order of magnitude higher than loss modulus and both were parallel in the frequency range 0.001-10 Hz. Such behavior usually indicates the presence of vesicles in the liquid crystal phases. It was proved that other rheological measurements can be used to distinguish the tow types, namely, amplitude sweep measurements, first normal stress difference N1 (Weissenbeg effect), the effect of adding electrolyte, and stress relaxation curves. When 6,2 HNC (new substitution of HNC) is added with an increasing amount to 100 mM CTAOH, a new phase behavior is observed. Here the structure changes from small micelle aggregates into rodlike micelles, and then a two phase region consisting of L1-phase and un-reacted 6,2 HNC is formed. No transition into MLV has been detected. In the case of 3,2 HNC and 2,1 HNC, the hydroxyl and the carboxyl group are neighboring, so they can effectively share in reducing the repulsion between the headgroups while the rings are in interaction with hydrocarbon tails. For 6,2 HNC the hydroxyl group is in position number 6 on the aromatic rings, which means that hydroxyl group is distant from the carboxyl group, thereby, less screening for the cationic charge in the micelle surface is obtained. Substitution of HNC plays a main role in controlling the microstructure and other physical properties such viscosity, Krafft point, ..etc. In the second part of this work, the hydrophobic counterion is fixed (2,1 HNC), and the length of the cationic surfactant‘s chain is changed from C16 into C14, C12, C10 and C8. For the system 2,1 HNC/ tetradecyltrimethylammonium hydroxide TTAOH similar phase behavior as 2,1 HNC/CTAOH is observed. At 2,1 HNC/TTAOH ratio r aproximately 1, formation of MLV is observed. After the neutralization addition of excess amount of 2,1 HNC is possible since the insoluble molecular form of 2,1 HNC becomes solublized in the formed MLV. Conductivity measurements prove that 2,1 HNC stays in the molecular form after the neutralization. A difference in the rheological behavior of the system 2,1 HNC/TTAOH compared to 2,1 HNC/CTAOH is seen. In the rodlike micelles region of 2,1 HNC/TTAOH, the solutions exhibit a short relaxation time compared to 2,1 HNC/CTAOH system. FF-TEM and SANS proved the formation of polydisperse MLV in this system with a maximum diameter of about 2000 nm and wall thickens of about 28 nm. As a result of this work, it is concluded that the role of the hydrophobic counterions with certain geometry could be looked upon as a co-surfactant with a shorter chain length which changes the bending rigidity, of the bilayer. They are surface active species that bind strongly on the micelle surface and change the packing parameter of the headgroups. It is suggested that the hydrophobicity of the counterion plays an important role in deciding the structure of the supramolecular assemblies such as vesicles, or micelles. As a consequence one can change the morphology of micelle species by changing the ratio of counterion /surfactant ion. These studies also suggest that by mixing cationic surfactant and hydrophobic counterion with varying cationic surfactants chain lengths, one can have a control over the supramolecular structures formed.
Show/Hide Abstract Kinetik der Vesikelbildung in katanionischen Tensidsystemen (2003)
Stefan Schmölzer
Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht die Untersuchung der Kinetik der Vesikel-bildung in katanionischen Tensidsystemen. Ein wesentlicher Aspekt dabei war der Vergleich von einfachen Mischungen von anionischen mit kationischen Tensiden, bei welchen die Tenside als Salze vorlagen, mit katanionischen Amphiphilen, bei welchen als Gegenionen Protonen und OH- Ionen vorlagen. Zur allgemeinen Beschreibung der katanionischen Tensidmischungen kann das Pseudophasenseparationsmodell verwendet werden. Bei diesem Modell wird der Wechselwirkungsparameter eingeführt, da es sich bei den katanionischen Tensidmischungen nicht um ideale Mischungen handelt. Aufgrund der entgegengesetzten Ladung der einzelnen Spezies ergibt sich zwangsläufig ein starker Synergieeffekt. Aus experimentellen Daten konnte nun der Wechselwirkungsparameter für die Systeme TTAB/SL und TTAB/SC bestimmt werden, welche in gutem Einklang mit den Literaturwerten vergleichbarer katanionischer Systeme stehen. Dieser starke Synergieeffekt spiegelt sich nun in dem reichen Phasenverhalten der katanionischen Tensidmischungen wider. In dieser Arbeit wurden eine Vielzahl von katanionischen Systemen untersucht. Bei den Mischungen der Alkyltrimethylammonium-bromide mit den Natriumsalzen der Laurin- bzw. Caprinsäure zeigte sich bei konstanter Gesamtkonzentration immer ein identischer Phasenverlauf. Ausgehend von einer mizellaren Lösung, z. B. der anionischen Komponente, gelangt man bei Erhöhung des Anteils an kationischem Tensid über ein Zweiphasengebiet in die vesikuläre Phase im Bereich der Äquimolarität. In diesen salzhaltigen Systemen kommt es fast immer bei exakt äquimolarer Zusammensetzung bei Raumtemperatur zur Präzipitatbildung. Unterschiede in der absoluten Lage der Phasengrenzen sind bei unterschiedlicher Kettenlänge der Tenside festzustellen, dabei kann auch die Präzipitatbildung bei Raumtemperatur unterdrückt werden. In den salzfreien Systemen ist die Ladung der Vesikel nicht abgeschirmt und es kommt nicht zur Kondensation der Vesikelphase. Der Hauptteil dieser Arbeit beschäftigt sich nun mit der Untersuchung der Kinetik der Vesikelbildung der beschriebenen katanionischen Systeme. Diese wurde mit Hilfe von Stopped Flow Messungen mit unterschiedlichen Detektionsmethoden verfolgt. Es konnte festgestellt werden, dass es sich bei der Vesikelbildung um einen mehrstufigen Prozess handelt. Bei den salzhaltigen Mischungen zeigte sich, dass die Bildungsgeschwindigkeit der Vesikel stark abhängig von der Gesamtkonzentration ist und bei hoher Konzentration (> 100 mM) mitunter schon an der Auflösungsgrenze der Stopped Flow Methode liegt. Die Bildung von Mischmizellen als Vorstufen zu den Vesikeln konnte nicht explizit nachgewiesen werden. Die Aufladung, durch unterschiedliches Mischungsverhältnis von anionischem zu kationischem Tensid, zeigt keinen Einfluß auf die eigentliche Bildungsgeschwindigkeit der Vesikel. Im Zuge von Stopped Flow Messungen mit Detektion der Transmission wurde festgestellt, dass es im weiteren zeitlichen Verlauf zu einem Größenwachstum der Vesikel und zur Abnahme der Polydispersität kommt. Darüber hinaus ist bei den äquimolaren Mischungen schon die Tendenz zur Präzipitatbildung nach mehreren Minuten zu verzeichnen. Die makroskopische Auftrennung der Phasen bis zum Erreichen des thermodynamisch stabilen Endzustandes kann hier jedoch mehrere Stunden dauern. Der Einfluß der Temperatur auf die Kinetik der Vesikelbildung konnte am System TTAB/SC nachgewiesen werden. Solange man sich bei Temperaturänderung in der gleichen Phase befindet, so ändern sich die Zeitkonstanten allgemein nach der Arrhenius´schen Gleichung. Ist jedoch mit der Temperatur ein Phasenübergang innerhalb der Vesikelphase verbunden, so zeigt auch die Kinetik dementsprechend einen Knickpunkt im Verlauf der Zeitkonstanten mit der Temperatur. Im Vergleich zu den salzhaltigen Systemen wurden auch die katanionischen Ionenpaar Amphiphile hinsichtlich der Bildungskinetik der Vesikel untersucht. Mit Hilfe von zeitaufgelösten SAXS Messungen konnte an diesen Systemen eindeutig das Vorhandensein von Mischmizellen zu Beginn der Vesikelbildung nachgewiesen werden. Diese Misch-mizellen, welche einen schalen- oder scheibchenförmigen Charakter haben, lagern sich innerhalb von 500 ms in einem weitaus langsameren Prozess zu unilamellaren Vesikeln um. Diese wachsen mit einer Zeitkonstanten von 20 – 30 s an, wobei die Größenverteilung monodisperser wird. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit konnte somit gezeigt werden, daß die Vesikelbildung nicht nur auf das Vorhandensein von Scherkräften zurückzuführen ist, sondern es durchaus in bestimmten Systemen sich bei der Bildung von Vesikeln um einen reinen Selbstaggregations-prozess handelt. Der kinetische Ablauf der Vesikelbildung wird dabei zu einem stark durch die Elektrostatik des Systems gesteuert. Zum anderen spielt der letztlich stabile Endzustand des Systems eine wesentliche Rolle für den zeitlichen Verlauf der Phasenbildung.

search hits 11 to 20

  • First Page
  • Previous Page
  • Next Page
  • Last Page

OPUS4 Logo

  • Contact
  • Imprint
  • Sitelinks