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- Sozialer Stress (1) (remove)
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Soziale Belastung während der Trächtigkeit bei Long-Evans Laborratten (Rattus norvegicus) und ihre Effekte auf die Reproduktion sowie die Physiologie, das Verhalten und die Reproduktion ihrer Nachkommen
(2007)
- Im Rahmen dieser Studie wurde untersucht, ob und wie sich chronische soziale Belastung während der Trächtigkeit (maternaler Stress) bei Long-Evans Laborratten auf die Reproduktion der Parentalgeneration (F0-Weibchen) selbst, sowie auf die Reproduktion, das Verhalten und die Physiologie ihrer pränatal gestressten Nachkommen (F1-Generation) auswirkt (pränataler Stress). Hierbei galt das Hauptaugenmerk der Untersuchung dem Einfluss pränataler Belastung auf Verhalten und Physiologie, insbesondere auf das Immunsystem adulter männlicher Nachkommen. Induziert wurde die maternale Belastung durch wiederholte Konfrontation trächtiger F0-Weibchen mit weiblichen Artgenossen im so genannten Resident-Intruder Modell. Die vorliegende Studie zeigte auf maternaler Ebene einen deutlichen Einfluss chronischer sozialer Belastung auf die Reproduktion der F0-Weibchen, obwohl es sich um einen eher milden Stressor handelte. Die maternale Belastung resultierte in einer Verminderung der Nachkommenzahl, spiegelte sich jedoch nicht in einem verminderten Geburtsgewicht der Jungtiere wider. Jedoch zeigte sich während der frühen Entwicklungsphase bis zum Zeitpunkt der Entwöhnung eine stärkere Zunahme an Körpermasse bei Nachkommen gestresster F0-Weibchen (PS-Nachkommen) als bei Nachkommen unbelasteter F0-Weibchen (PC-Nachkommen). Diese Veränderungen der Reproduktion gestresster F0-Weibchen deuten auf eine adaptive reproduktive Strategie hin. Die Untersuchung der Reproduktion der F1-Generation zeigte zwar keinen Effekt pränataler Belastung auf die Nachkommenzahl, jedoch lag das Geburtsgewicht der Nachkommen von PS-Weibchen höher als das der entsprechenden Kontrollen. Zudem deutete die größere Varianz der Wurfzeitpunkte innerhalb des Hell-Dunkel-Rhythmus bei PS-Weibchen auf eine Verschiebung ihrer tagesrhythmischen Aktivität hin. Somit waren Effekte pränataler Belastung auf die Reproduktion der F1-Generation ersichtlich, fielen jedoch weniger deutlich aus, als die Effekte maternaler Belastung auf die F0-Generation. Unterschiede zwischen beiden Gruppen männlicher F1-Nachkommen zeigten sich sowohl auf ethologischer und physiologischer Ebene. So konnten PS-Männchen in ihrem Verhalten in neuen Umweltsituationen als aktiver und weniger ängstlich charakterisiert werden (elevated plus maze und open-field Test). Weiterhin konnte im Blutserum der PS-Männchen eine geringere Konzentration des Stresshormons Corticosteron, sowohl unter standardisierten Haltungsbedingungen wie unter Belastung (ACTH challenge), festgestellt werden. Dieser Befund deutet auf eine geringere Aktivierung des adrenocorticalen Systems bei PS-Männchen hin. Diese eher als positiv zu erachtenden Effekte pränatalen Stresses wurden auf immunologischer Ebene nicht bestätigt. Bei PS-Männchen zeigte sich eine verminderte Anzahl und Funktionalität immunrelevanter Zellen im Blut, speziell der T-Helferzellen. Dies gilt sowohl für die Ausgangswerte, als auch für die nach wiederholter Konfrontation ermittelten Werte. Zudem konnte ein verändertes Reaktionsmuster der Zellen des Immunsystems bei PS-Männchen während wiederholter sozialer Konfrontation festgestellt werden. Die Befunde der Untersuchungen an adulten Nachkommen legen dauerhafte Effekte der pränatalen Belastung auf die Tiere nahe.
