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Show/Hide Abstract Regionale Innovations- und Kooperationsförderung mit Hilfe gesteuerter regionaler Kompetenznetzwerke - eine Untersuchung am Beispiel der Region Nürnberg (2005)
Thorsten Nix
Die Untersuchung hat ihren Ausgangspunkt im aktuellen Strukturwandel hin zu einer Wissensgesellschaft, in der Innovation und Kooperation wichtige Elemente des Wachstums sind. Vor diesem Hintergrund soll die Studie Aufschlüsse darüber liefern, inwieweit gesteuerte regionale Kompetenznetzwerke zur Innovations- und Kooperationsförderung eingesetzt werden können, und wie ein Modellkonzept eines solchen Netzwerkes aussehen könnte. Der aktuelle Strukturwandel von der Industrie zur Wissensgesellschaft wird sehr stark von der Globalisierung geprägt. Kennzeichnend hierfür ist die stetige Zunahme weltweiter Konkurrenz zwischen den Unternehmen. Um dieser Konkurrenz erfolgreich zu begegnen, muss sich die Gesellschaft in den Industrieländern immer weiter zu einer Wissensgesellschaft entwickeln. Ziel dieser Wissensgesellschaft ist es, Forschungs- und Innovationsimpulse zu liefern, die von den Unternehmen in neue, hochwertige Produkte und Dienstleistungen umgewandelt werden können. Ein zentrales Merkmal der Wissensgesellschaft ist die Wissensteilung. Ähnlich wie bei der Arbeitsteilung in der Industriegesellschaft, wird bei der Wissensgesellschaft das Wissen auf verschiedene Akteure verteilt, von diesen separat weiter entwickelt und schließlich wieder in einem größeren Wissenszusammenhang bzw. Projekt vereinigt. Auf der Suche nach einem wirkungsvollen und flexiblen System der Wissenszusammenführung kristallisiert sich dabei als Lösungskonzept immer mehr die Bildung von Netzwerken heraus. Basierend auf theoretischen Überlegungen über Wissen, Innovation, Kooperation, Netzwerke und Vertrauen wird ein Modellkonzept eines gesteuerten regionalen Kompetenznetzwerkes entworfen, das in den wichtigsten Punkten wie folgt aussieht: Es ist ein auf einen bestimmten Kompetenzbereich festgelegtes, offenes, von einem unabhängigen Koordinator gesteuertes regionales Netzwerk, das den freien Zugang für alle Interessierten gewährleistet. Das Netzwerk sollte ferner einen kreativen Freiraum schaffen, in dem sich die Akteure losgelöst vom aktuellen Tagesgeschäft persönlich treffen können. Durch die persönliche Kommunikation wird eine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen, in der vertrauliche und personengebundene Informationen (tacit-knowledge) ausgetauscht werden können. Um das Modellkonzept an einem konkreten Netzwerk zu überprüfen, wird in der Untersuchung die Kompetenzinitiative Medizin-Pharma-Gesundheit (KIM) in Erlangen als Fallbeispiel herangezogen. Betreffend der Kooperationsförderung geben bei einer durchgeführten repräsentativen Akteursbefragung 96% der Antwortenden an, dass es für sie wichtig ist, mit anderen Akteuren persönlich in Kontakt treten zu können. Zudem ist für 73% der Befragten die Kompetenzinitiative wichtig, um regionale Kontakte im Bereich Medizin-Pharma-Gesundheit zu knüpfen und zu pflegen. Aufgrund dieser Angaben ist es nicht überraschend, dass 79% neue Kontakte knüpfen konnten, die für 31% in der Findung eines Kooperations- bzw. Geschäftspartners mündeten. Bezogen auf die der repräsentativen Akteursbefragung zugrunde liegenden Grundgesamtheit von 550 an der KIM interessierten Akteure bedeutet dies eine absolute Anzahl von ca. 170 neuen Kooperationen bzw. Geschäftsbeziehungen. Im Hinblick auf die Innovationsförderung ist die KIM für 78% ein wichtiges Instrument, um sich über regionale Neuigkeiten im Bereich Medizin-Pharma-Gesundheit zu informieren, und 86% der Befragten erfahren durch die KIM schneller etwas von Neuerungen in der Region als ohne sie. Des Weiteren geben 83% an, während der Sitzungen der KIM offener für neue Ideen und Anregungen zu sein, als im normalen Tagesgeschäft, und für 75% der Antwortenden entsteht während der Sitzungen sogar eine kreative Atmosphäre, die 66% in neue Ideen für Produkte, Dienstleistungen oder Management umsetzen konnten. Schließlich bewerten 71% der Befragten die KIM mit den Noten „sehr gut“ und „gut“, und 79% vertreten die Meinung, dass die KIM „wichtig“ bis „sehr wichtig“ ist, um den Bereich Medizin-Pharma-Gesundheit in der Region zu fördern. Aufgrund dieser Ergebnisse kann davon ausgegangen werden, dass zumindest durch die KIM, als ein Beispiel eines gesteuerten regionalen Kompetenznetzwerkes, Innovationen und Kooperationen gefördert werden können. Einen Anreiz für weitere Untersuchungen gibt darüber hinaus die Feststellung, dass für fast alle Befragten eine thematische Begrenzung der KIM auf den Bereich Medizin-Pharma-Gesundheit wichtig ist, wobei sich gleichzeitig fast genauso viele gegen eine weitere thematische Einschränkung (z.B. nur auf den Sektor Medizintechnik) aussprechen. Es liegt somit der Schluss nahe, dass sehr fachspezifische Innovationen u.a. wegen der geringen Anzahl der möglichen Kooperationspartner (Wissensspezialisierung) eher national bzw. international durchgeführt werden, wobei sich interdisziplinäre Innovationen aufgrund ihres hohen Abstimmungsbedarfes eher regional vollziehen.

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