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Show/Hide Abstract Einfluss von Wetterfaktoren und sozialer Umwelt auf den Endoparasitenbefall juveniler Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus L.) (2009)
Anett Starkloff
In der vorliegenden Studie sollte untersucht werden, inwieweit abiotische und soziale Faktoren in der frühen Jungtierentwicklung den Endoparasitenbefall juveniler Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) im Herbst beeinflussen. Dabei wurden im ersten Teil der Arbeit abiotische Parameter, wie der prozentuale Anteil an Regentagen in den ersten Wochen, nachdem die Kaninchen das Nest verlassen haben, auf den Befall mit verschiedenen Nematoden des Magen-Darm-Trakts sowie auf die Anzahl an Oozysten im Kot untersucht. Im zweiten Teil der Arbeit wurde weiterhin der Einfluss von sozialen Interaktionen mit Artgenossen auf den Endoparasitenbefall getestet. Die Studie wurde 2006 bis 2008 an einer unter semi-natürlichen Bedingungen lebenden Population von Europäischen Wildkaninchen durchgeführt. Die Entwicklung der Tiere wurden durch individuelle Markierung von Geburt an erfasst und mittels Verhaltensbeobachtungen die sozialen Interaktionen mit Artgenossen aufgenommen. Zum Ende der Vegetationsperiode im Herbst wurden die Jungtiere getötet und anschließend der Befall mit Endoparasiten im Magen-Darm-Trakt sowie im Kot quantifiziert. Drei verschiedene Nematodenarten konnten im Magen-Darm-Trakt nachgewiesen werden: der Rote Magenwurm Graphidium strigosum, der Haarstrongylid Trichostrongylus retortaeformis und der Pfriemenschwanz Passalurus ambiguus. Weiterhin konnten im Kot Oozysten von Kokzidien der Gattung Eimeria nachgewiesen werden, welche noch näher spezifiziert wurden in Oozysten von in der Leber vorkommenden Eimeria stiedai und Oozysten von im Darm lebenden Eimeria-Arten. Bei allen Endoparasiten ließ sich eine Altersabhängigkeit nachweisen, wobei bei G. strigosum und P. ambiguus die älteren Tiere einen höheren Befall aufwiesen im Gegensatz zu T. retortaeformis und den Oozysten im Kot, mit denen jüngere Tiere stärker belastet waren. Es zeigten sich deutliche Effekte der abiotischen Umwelt auf den Endoparasitenbefall der Tiere. Dabei war der prozentuale Anteil an Regentagen in den ersten acht Wochen nach Nestverlassen positiv korreliert mit dem Befall an Endoparasiten, wobei bei den Oozysten im Kot nur der Regen bei Temperaturen unter 10°C einen Einfluss hatte. Eine negative Korrelation konnte zwischen den soziopositven Interaktionen mit Artgenossen und sowohl dem Gesamtnematodenbefall als auch dem Befall mit P. ambiguus nachgewiesen werden: Tiere mit vielen soziopositiven Interaktionen mit Artgenossen in der frühen Jungtierentwicklung hatten eine geringere Wurmbelastung im Herbst. Hervorgerufen wurde dieser Effekt vor allem durch Interaktionen mit der Mutter und Wurfgeschwistern. Dieses Phänomen lässt den Schluss zu, dass durch social support mit Bindungspartnern die Endoparasitenbelastung der Jungtiere reduziert wird. Dafür spricht auch, dass viele soziopositive Interaktionen eine geringere Stressbelastung für die Tiere bedeuten. Zusammenfassend lässt sich sagen: Sowohl abiotische als auch soziale Umweltfaktoren bereits in der frühen Jungtierphase beeinflussen längerfristig die Parasitenbelastung der Tiere, was entscheidend für deren Überlebenswahrscheinlichkeit und Reproduktionserfolg sein kann.

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