Direct Amino Acid Uptake by Plants related to Grassland Diversity - methodological and ecological Investigations

Pflanzliche Aufnahme intakter Aminosäuren in Bezug auf Graslanddiversität – methodische und ökologische Untersuchungen

Die pflanzliche Aufnahme intakter Aminosäuren als alternative Stickstoffquelle wurde in einer Reihe von Ökosystemen und Bodentypen nachgewiesen. Dabei wird davon ausgegangen, dass Pflanzen in Böden mit niedrigen mineralischen N (Nmin) Gehalten oder starker N-Konkurrenz durch die Aufnahme von Aminosäuren die mikrobielle N-Mineralisation umgehen und die intraspezifische Konkurrenz um Nmin vermindern können. Daneben ist bekannt, dass der positive Einfluss pflanzlicher Diversität auf die PflanzenproDie pflanzliche Aufnahme intakter Aminosäuren als alternative Stickstoffquelle wurde in einer Reihe von Ökosystemen und Bodentypen nachgewiesen. Dabei wird davon ausgegangen, dass Pflanzen in Böden mit niedrigen mineralischen N (Nmin) Gehalten oder starker N-Konkurrenz durch die Aufnahme von Aminosäuren die mikrobielle N-Mineralisation umgehen und die intraspezifische Konkurrenz um Nmin vermindern können. Daneben ist bekannt, dass der positive Einfluss pflanzlicher Diversität auf die Pflanzenproduktivität zu verstärkter N-Konkurrenz führt. Daher könnte die direkte Aminosäureaufnahme möglicherweise erklären, wie Pflanzen bei höherer Diversität produktiver sein können. Allerdings wurde die tatsächliche ökologische Bedeutung der Aminosäureaufnahme immer wieder angezweifelt, was mit der großen mikrobiellen Konkurrenzstärke in Böden der gemäßigten Breiten sowie mit den Schwächen der standardmäßig verwendeten Quantifizierungsmethode begründet wurde. In dieser Methode wird die bulk 13C und 15N Anreicherung in Pflanzenmaterial nach der Applikation von doppelt markierten (13C und 15N) Aminosäuren zur Berechnung der direkten Aminosäureaufnahme verwendet. Kürzlich wurde aber angezweifelt, dass dies tatsächlich nur die Aufnahme intakter Tracermoleküle reflektiert. Die erste Zielsetzung war es daher methodische Einflüsse auf die direkte Aminosäureaufnahme zu identifizieren und zu reduzieren. Dazu wurde der Effekt unterschiedlicher Aminosäurekonzentrationen im Boden auf die Aminosäureaufnahme durch Applikation verschiedener Tracermengen untersucht. Außerdem wurde Richtigkeit und Präzision bisher verwendeter Bulk Isotopenmessungen bei der Quantifizierung der Aminosäureaufnahme mit substanzspezifischen Messungen (CSI) verglichen. Die Verwendung höherer Tracermengen führte dabei zu einer verstärkten N-Mineralisation und dadurch zu einer Herunterregulierung der pflanzlichen Aminosäuretransporter, gefolgt von einer geringeren Aminosäureaufnahme. Dies unterstreicht einerseits die Notwendigkeit einer Minimierung von Tracermengen und zeigt andererseits, dass Pflanzen bei niedriger N-Verfügbarkeit ihre Aminosäureaufnahme aktiv erhöhen können. Außerdem zeigte es sich, dass Bulk Messungen nicht geeignet sind um zwischen der Aufnahme intakter Tracermoleküle und der Aufnahme tracerbürtiger C-Bruchstücke oder anorganischem C zu differenzieren, wodurch die Aminosäureaufnahme um das Sechsfache überschätzt wird. Gleichzeitig erwiesen sich CSI Messungen als geeignetes Mittel um die Aminosäureaufnahme richtig und präzise zu quantifizieren. Unter Verwendung dieser optimierten Methoden wurde die Bedeutung der Aminosäureaufnahme für die pflanzliche N-Ernährung im Hinblick auf eine veränderte pflanzliche Diversität untersucht. Sowohl die pflanzliche Aminosäure- und Nmin-Aufnahme als auch die Konkurrenz um Aminosäure-N zwischen Pflanzen und Mikroben wurde in Grasslandsystemen mit 1 bis 16 Pflanzenarten untersucht. Unabhängig von der pflanzlichen Diversität waren Mikroben in der Aneignung tracerbürtigen Stickstoffs mit einer mittleren Aufnahme von 54% des applizierten N den Pflanzen überlegen, die innerhalb derselben Zeit (24 h) nur 2.7% aufnahmen. Zusätzlich verringerte sich die pflanzliche Nmin-Aufnahme mit höher werdender Diversität, während die Aminosäureaufnahme zunahm. Damit erhöhte sich der Beitrag der Aminosäureaufnahme zur gesamten N-Aufnahme von 1.5 auf 7.0%. Im Einzelnen stieg die Aminosäureaufnahme bei niedrigeren pflanzlichen N-Konzentrationen an, während die Nmin-Aufnahme mit größer werdender mikrobieller Abundanz und N-Aufnahme abnahm. Damit kann die verstärkte Aminosäureaufnahme als Reaktion auf eine verstärkte Konkurrenz um N bei größerer pflanzlicher Diversität interpretiert werden. Gleichzeitig wurde ein positiver Einfluss der pflanzlichen auf die mikrobielle Diversität festgestellt. Dies wurde vermutlich durch den „Bottom-up“ Effekt von Wurzelexudation und Streueintrag verursacht, die beide aufgrund von verstärkter N-Konkurrenz und pflanzlicher Produktivität mit erhöhter Diversität zunahmen. Während die mikrobielle Gemeinschaft bakteriell dominiert war (54%), erhöhte sich die Abundanz von Streu und organische Bodensubstanz abbauenden Gram positiven Bakterien und Pilzen sowie von Protozoen mit ansteigender pflanzlicher Diversität. Es ist bekannt, dass Protozoen den gesamten bakteriellen Umsatz ankurbeln, was sich in verstärktem bakteriellen Tracerumsatz und erhöhter Deaminaseaktivität bei höherer Diversität manifestierte. Da höherer bakterieller Umsatz mit einem verstärkten Verlust von mikrobiell gebundenen N an Pflanzen einhergeht, muss davon ausgegangen werden, dass dies langfristig zu einer erhöhten N-Verfügbarkeit für Pflanzen führt. Die positive Rückkopplung des pflanzlich induzierten höheren mikrobiellen Umsatzes auf die N-Verfügbarkeit im Boden zusammen mit der verstärkten Nutzung von Aminosäuren könnte damit ein wichtiges Modell zur Erklärung des positiven Produktivitätseffektes pflanzlicher Diversität sein.show moreshow less
Uptake of intact amino acids by plants has been identified as an alternative nitrogen (N) source for plants in a number of ecosystems and soil types. Up to now it is assumed that this uptake strategy is of particular relevance in ecosystems with low mineral N (Nmin) contents due to insignificant microbial activity or due to poorly developed soils. However, it has also been discussed that amino acid uptake might enable plants to lower intracspecific competition for mineral N and shortcut the micrUptake of intact amino acids by plants has been identified as an alternative nitrogen (N) source for plants in a number of ecosystems and soil types. Up to now it is assumed that this uptake strategy is of particular relevance in ecosystems with low mineral N (Nmin) contents due to insignificant microbial activity or due to poorly developed soils. However, it has also been discussed that amino acid uptake might enable plants to lower intracspecific competition for mineral N and shortcut the microbial mineralization of organic N in systems were competition is exceptionally high. The positive effect of plant diversity on plant productivity is known to induce conditions of intense N competition and thus amino acid uptake might explain how plant communities enable higher productive with increasing diversity. However, the ecological importance of organic N uptake has also been questioned due to the high competitive power of microbes in soils of the temperate zone and due to a number of flaws in the commonly used method to proof and quantify direct amino acid uptake. In this, dual labelled (13C and 15N) amino acids are injected into the soil and direct tracer uptake is quantified via bulk isotope measurement of 13C and 15N enrichment in plant tissues, which recently has been challenged to exclusively reflect direct amino acid uptake. The first objective therefore was to identify and reduce methodological influences on the direct amino acid uptake by plants. Thus the effect of changed amino acid concentrations on amino acid uptake was investigated by application of different tracer amounts. Next, the accuracy and precision of commonly used bulk isotope measurements were compared to compound specific measurements with respect to the determination of direct amino acid uptake. It was shown that the use of high tracer amounts accompanied by high Nmin release reduces direct amino acid uptake via plant internal down regulation of amino acid transporters. This corroborates the importance of minimizing tracer amounts and suggests that plants can actively increase amino acid uptake when N availability in soil is low. Bulk measurements turned out to overestimate direct amino acid uptake by a factor of up to six, as they were not able to separate uptake of intact tracer molecules from uptake of tracer fragments or inorganic carbon. At the same time compound specific isotope measurements proofed to be an accurate and precise tool to demonstrate and quantify uptake of intact amino acids. Using these optimized methods, the importance of amino acid uptake for the N-nutrition of plants with respect to changing plant diversity was investigated. The uptake of amino acids and mineral N by plants as well as the competition between plants and microbes for amino acid N was investigated in grassland communities with 1 to 16 grassland species. Microbes were superior competitors for amino acid derived nitrogen, irrespective of plant diversity and took up 54% of the applied amino acid N in average within 24 h. In contrast, plants only incorporated 2.7% of the applied N and were thus less effective by a factor of 20 in short term N acquisition than microbes. In addition, plant mineral N uptake decreased with increasing plant diversity while uptake of intact amino acids increased. Thus the contribution of amino acid uptake to the overall plant N nutrition increased from 1.5 to 7.0% in which amino acid uptake was mainly controlled by plant N concentration shoot biomass and rooting density while mineral N uptake was controlled by microbial competition. In detail amino acid uptake increased with decreasing plant N concentration while mineral N uptake decreased with increasing microbial abundance and microbial N uptake. Thus, the boosted importance of amino acid uptake for plant N nutrition has to be seen as a reaction on increased N competition with increasing plant diversity. Additionally, plant diversity stimulated microbial diversity which was most likely due to the bottom up effect of increased root exudation and litter input caused by increasing N competition and plant productivity, respectively. While the microbial community was dominated by bacteria (54.7%) the abundance of litter and soil organic matter decomposing gram positive bacteria and fungi as well as protozoan abundance increased with increasing plant diversity. Protozoa are known to stimulate turnover of bacteria which was indicated by higher tracer incorporation of this microbial group and an overall increase of deaminase activity with increasing plant diversity. As higher microbial turnover is associated with increased loss of microbial N to plants, we have to expect higher N availability for plants in the long term. The positive feedback of a plant-induced higher microbial turnover rate on N availability in soil together with an increased amino acids uptake might therefore be an important model to explain the positive effect of plant diversity on plant productivity.show moreshow less

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Metadaten
Institutes:Geowissenschaften
Author: Leopold Sauheitl
Advisor:Dr. Bruno Glaser
Granting Institution:Universität Bayreuth,Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften
Date of final exam:18.12.2009
Year of Completion:2009
SWD-Keyword:Aminosäuren; Biodiversität; Mikroorganismus; Pflanzen; Stickstoff
Tag:Mikroorganismen; Stabile Isotopen; intakte Aminosäureaufnahme
amino acids; biodiversity; micro organisms; nitrogen; plants
Dewey Decimal Classification:570 Biowissenschaften; Biologie
URN:urn:nbn:de:bvb:703-opus-6565
Document Type:Doctoral Thesis
Language:English
Date of Publication (online):26.01.2010