Schülerzentrierte drogenspezifische Primärprävention an bayerischen Hauptschulen: Wirkungen auf Wissenserwerb, Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit

Student-centred, drug specific primary prevention at Bavarian secondary modern schools: Effects on knowledge acquisition, self-esteem and self-efficacy

Suchtprävention ist für Lehrer/innen an bayerischen Hauptschulen eine besondere Herausforderung. Neben generellen Unsicherheiten in der Bestimmung der Inhalte und Auswahl geeigneter Unterrichtsmethoden muss das vergleichsweise niedrige kognitive Leistungsniveau dieser Schüler/innen beachtet werden. Zusätzlich gibt es zwei differente Leistungsebenen, zum einen die ursprünglichen Regelklassen, zum anderen die so genannten Mittlere-Reife-Züge, die jenseits des Qualifizierenden HauptschulabschlussesSuchtprävention ist für Lehrer/innen an bayerischen Hauptschulen eine besondere Herausforderung. Neben generellen Unsicherheiten in der Bestimmung der Inhalte und Auswahl geeigneter Unterrichtsmethoden muss das vergleichsweise niedrige kognitive Leistungsniveau dieser Schüler/innen beachtet werden. Zusätzlich gibt es zwei differente Leistungsebenen, zum einen die ursprünglichen Regelklassen, zum anderen die so genannten Mittlere-Reife-Züge, die jenseits des Qualifizierenden Hauptschulabschlusses einen Mittleren Bildungsabschluss ermöglichen. Zentraler Schwerpunkt dieser Studie war die Konzeption, Implementierung und Evaluation eines an den engen zeitlichen Vorgaben des Hauptschullehrplans angepassten suchtpräventiven Lebenskompetenzprogramms für achte Jahrgangsstufen. Die pädagogische Wirksamkeit wurde in Abhängigkeit von vier Konsumgruppen untersucht, die mittels einer Clusteranalyse extrahiert wurden. Als Indikatoren dienten die psychologischen Konstrukte Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeitserwartung im Umgang mit drogenspezifischen Gruppendrucksituationen. Die empirische Untersuchung beschäftigte sich zunächst mit der Entwicklung einer speziell für leistungsschwache Hauptschüler geeigneten offenen, konstruktivistischen Unterrichtsmethode, die einen hochwertigen Wissenszuwachs für die aktuell gängige Einstiegsdroge Cannabis sicherstellen sollte. So sollten bereits vorhandene, den Drogenkonsum ablehnende Meinungen verstärkt bzw. bestehendes Konsuminteresse abgeschwächt werden und in der Folge die Jugendlichen positiv auf die Selbstwertgefühls- und Selbstwirksamkeits-stärkung ansprechen. Das Ergebnis war ein "Geführtes Stationenlernen", welches zur Beurteilung des kognitiven Lernerfolges dem "Konventionellen Stationenlernen" und einem "Lehrerzentrierten Unterricht" gegenübergestellt wurde. Hauptschüler/innen erzielten mit der neu entwickelten Unterrichtsmethode kurz- und langfristig einen signifikant höheren kognitiven Wissenszuwachs, auch leistungsschwächere Regelschüler/innen erreichten das Leistungsniveau der Mittleren-Reife-Klassen. Bei der sich anschließenden Selbstwertgefühls- und Selbstwirksamkeitsschulung konnte gezeigt werden, dass hauptsächlich nur die Gruppe auf die eingeleiteten Maßnahmen reagierte, die kein Interesse am Drogenkonsum aufwies. Langfristig konnte bei dieser Gruppe unabhängig von den drei vorangestellten Unterrichtsmethoden positive Veränderungen erzielt werden. Entscheidend waren demnach die gewählten Unterrichtsinhalte. Die Betrachtung der Veränderungszeitpunkte bestätigte aber dem neuen Unterrichtsansatz Vorteile. Nur bei dieser Methode konnten bei der Selbstwirksamkeitserwartung direkt nach der Intervention beide Geschlechter erreicht werden. Beim Selbstwertgefühl kam es bereits mittelfristig zu Fortschritten. Kurzfristig wurden auch die Jugendlichen in ihrer Selbstwirksamkeit beeinflusst, die als Konsumgruppe ein sehr hohes Interesse an einem Erstkonsum aufwiesen. "Probierer" und regelmäßige Konsumenten wurden von der primärpräventiven Intervention nicht angesprochen.show moreshow less
Drug abuse prevention programmes are a particular challenge for teachers to implement at Bavarian secondary schools (Hauptschulen). In addition to the common uncertainty in determining what content to teach and choosing suitable teaching methods, the classroom teacher must take into account the comparably low cognitive performance by these students. Additionally, there are two different performance levels: On the one hand, there are the regular classes, and on the other hand there are the advancDrug abuse prevention programmes are a particular challenge for teachers to implement at Bavarian secondary schools (Hauptschulen). In addition to the common uncertainty in determining what content to teach and choosing suitable teaching methods, the classroom teacher must take into account the comparably low cognitive performance by these students. Additionally, there are two different performance levels: On the one hand, there are the regular classes, and on the other hand there are the advanced classes, the so-called intermediate certificate courses that enable students to achieve an intermediate certificate beyond the Qualifying Hauptschule Certificate. This study focused on the conception, implementation and evaluation of a life skills training drug prevention programme for eight-grade students as adapted to the narrow time-limit prescribed in the syllabus for secondary schools. Pedagogical efficiency was evaluated on the basis of four consumption groups that had been extracted using a cluster analysis. Psychological constructs like self-esteem and self-efficacy in dealing with substance-specific group pressure situations served as indicators. The empirical examination first dealt with the development of an open, constructivist teaching approach that was particularly suited for the needs of low-achieving secondary students (Hauptschüler) and was supposed to ensure high-quality knowledge gain of the currently common gateway drug Cannabis. This should strengthen existing contra-drug mindsets and lower existing interests in consumption and would thus positively address the teenagers’ self-esteem and self-efficacy. The result was a "guided learning at workstations" which was compared to "conventional learning at workstations" and a "teacher centred approach" to evaluate the students’cognitive learning achievement. Secondary students (Hauptschüler) gained significantly more cognitive knowledge in the short and medium run when this newly developed teaching method was used; even low-achieving regular students achieved the levels of performance of students who pursued an intermediate certificate. The subsequent self-esteem and self-efficacy training demonstrated that mainly the group that did not show any interest in drug use responded to the initiated measures. In the long run, positive changes could be achieved among this group, irrespective of the three preceding teaching methods. Well-chosen teaching content was decisive. An analysis of the test date changes demonstrates the advantages of such a new teaching approach. This was the only method that ensured that the perceived self-efficacy of both genders could be influenced directly after the intervention. As regards self-esteem, progress was already achieved in the medium term. The self-efficacy of teenagers that showed great interest in first-time drug use was also influenced in the short run. "Experimenters" and regular consumers did not respond to the primary preventive intervention.show moreshow less

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Metadaten
Institutes:Biologie
Author: Thomas Heyne
Advisor:Prof. Dr. Franz X. Bogner
Granting Institution:Universität Bayreuth,Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften
Date of final exam:23.10.2008
Year of Completion:2008
SWD-Keyword:Drogen; Entdeckendes Lernen; Gesundheitserziehung; Selbstwertgefühl; Selbstwirksamkeit
Tag:Gruppendruck; Kognitiver Lernerfolg; Lebenskompetenzansatz; Lernen an Stationen; Primärprävention
Learning at workstations; cognitive effect; life skills approach; peer pressure; primary prevention
Dewey Decimal Classification:570 Biowissenschaften; Biologie
URN:urn:nbn:de:bvb:703-opus-4798
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):29.10.2008