Bedeutung der Verpaarungsqualität für Verhalten und Gesundheit von Spitzhörnchen (Tupaia belangeri)

Significance of paring quality on behaviour and health of tree shrews (Tupaia belangeri)

Ziel dieser Arbeit war es, Ursachen verschiedener Verpaarungsqualitäten bei Spitzhörnchen und deren Auswirkung auf verschiedene physiologische Parameter zu erfassen. Dazu wurden die Fragestellungen dieser Arbeit in zwei unterschiedlichen Versuchsansätzen bearbeitet. Im ersten wurden Weibchen entweder mit einem harmonischen oder unharmonischen Partner im Versuch eingesetzt, im zweiten wurden die Weibchen je einmal mit einem harmonischen und einem unharmonischen Partner verpaart. Der Versuch bestaZiel dieser Arbeit war es, Ursachen verschiedener Verpaarungsqualitäten bei Spitzhörnchen und deren Auswirkung auf verschiedene physiologische Parameter zu erfassen. Dazu wurden die Fragestellungen dieser Arbeit in zwei unterschiedlichen Versuchsansätzen bearbeitet. Im ersten wurden Weibchen entweder mit einem harmonischen oder unharmonischen Partner im Versuch eingesetzt, im zweiten wurden die Weibchen je einmal mit einem harmonischen und einem unharmonischen Partner verpaart. Der Versuch bestand aus einer sechswöchigen Verpaarungsphase mit abschließender Trennung der Tiere. Während des Versuchs wurde das Verhalten der Tiere aufgezeichnet und mehrfach Blutproben entnommen. Es konnte gezeigt werden, dass die unharmonische Verpaarung eine Konsequenz aus der Ablehnung des Männchens durch das Weibchen als Sexualpartner ist. Dabei ist die „Sympathie“ oder „Antipathie“ für bestimmte Männchen individuell unterschiedlich und vermutlich genetisch determiniert. Die physiologischen Konsequenzen einer harmonischen bzw. einer unharmonischen Verpaarung waren gegenläufig. So stieg bei harmonisch verpaarten Tieren, Männchen wie Weibchen, die Immunkompetenz an und die Stresshormonkonzentrationen im Serum sanken. Bei unharmonisch verpaarten Tieren verhielt es sich umgekehrt. Die verschiedenen Verpaarungsqualitäten manifestierten sich auch im Verhalten der Tiere. Die Weibchen in unharmonischen Paaren waren unruhig; es kam häufig zu Streit zwischen den Tieren. In harmonischen Paaren waren die Weibchen ruhiger und suchten die Nähe des Partners, es bestand eine enge soziale Bindung zwischen Männchen und Weibchen. Diese enge soziale Bindung führte zu den typischen Effekten von social support. Trennte man die Paare, so gingen die physiologischen Werte von Tieren aus unharmonischen Paaren auf ihre Ausgangswerte zurück. Bei den zuvor harmonisch verpaarten Weibchen jedoch sank die Immunkompetenz unter das Niveau der Ausgangswerte ab, während die Stresshormonkonzentration gegenüber den Ausgangswerten erhöht war. Nach 6 Wochen hatte der größte Teil der Tiere die Ausgangswerte wieder erreicht. Ein Teil der Weibchen begann jedoch sich nach der Trennung selbst zu verstümmeln. Bei diesen Tieren war noch sechs Wochen nach der Trennung, die Immunkompetenz verringert und die Stresshormon-konzentrationen erhöht.show moreshow less
This study investigates the basic causes of different pairing qualities and their effects on several physiological parameters of treeshrews. Two experiments were conducted: In the first one females were paired with a bonded or an unbonded male, in the second females were paired once with a bonded and once with an unbonded male. The animals were housed together for six weeks and separated after that time. During the six weeks ethological and physiological data were taken. It was possible to show This study investigates the basic causes of different pairing qualities and their effects on several physiological parameters of treeshrews. Two experiments were conducted: In the first one females were paired with a bonded or an unbonded male, in the second females were paired once with a bonded and once with an unbonded male. The animals were housed together for six weeks and separated after that time. During the six weeks ethological and physiological data were taken. It was possible to show that the females refused to copulate with the unbonded males. Which male is accepted and which not, is based on an individual “sympathy” or “antipathy” for the individual male, which seems to be determined on a genetic base. The animals of the different pairing conditions also behaved differently. Females of unbonded pairs were restless, quarrels between males and females were common. In bonded pairs the females were calm and tried to be in contact with their partner. This indicates the strong social bond between the animals. This social bond caused strong effects: When paired with a bonded partner, the immune parameters rose and the levels of stress hormones were reduced. The opposite was true for pairings with unbonded partners. After the animals had been separated, the physiological parameters of unbonded paired animals returned to the original levels they showed before the pairing. In previously bonded paired animals the immune parameters dropped below the levels at the beginning of the experiment, whereas the stress hormone levels were significantly higher. Six weeks after the separation almost all individuals had reached the original levels of the physiological parameters, but there was an exception: Shortly after the separation from the bonded partner some of the females started to mutilate themselves. Even six weeks after the separation these females showed reduced immune parameters and high stress hormone levels.show moreshow less

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Metadaten
Institutes:Biologie
Author: Frank Uhl
Advisor:Prof. Dr. Dietrich Von Holst
Granting Institution:Universität Bayreuth,Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften
Date of final exam:14.07.2003
Year of Completion:2003
SWD-Keyword:Soziale Unterstützung; Säugetiere
Tag:Paarbindung; Soziale Unterstützung; Sozialer Stress; Säuger; Weibchen
Pairbond; female; mammal; social stress; social support
Dewey Decimal Classification:570 Biowissenschaften; Biologie
URN:urn:nbn:de:bvb:703-opus-504
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):28.08.2003